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Übergangsmanagement

Grundlagen

Die enorme Ausweitung des Übergangssystems mit seinen unzähligen Angeboten und unterschiedlichen Zuständigkeiten erfordert ein hohes Maß an Abstimmung und Kooperation unter den Akteuren. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten bundesweit Initiativen gefördert mit dem Ziel eines gut strukturierten, transparenten und damit leistungsfähigen und verlässlichen Übergangssystems, das alle förderbedürftigen jungen Menschen erreicht und ihrem jeweiligen Förderbedarf entsprechend unterstützt.

Im Zuge dessen gewann zunächst das Case Management an Bedeutung, weil das Konzept nicht nur die Jugendlichen mit ihren individuellen Bedarfen in den Mittelpunkt des Handelns stellt, sondern auch die erforderlichen strukturellen Bedingungen des Hilfesystems. Doch trotz der professionellen Netzwerkarbeiten im Rahmen des Case Managements ist es nicht gelungen, die Zuständigkeitsgrenzen von Behörden und Institutionen zu überwinden, um eine gemeinsame Förderstrategie zu verfolgen. Dafür bedarf es einer verbindlichen Kooperation - auch zwischen den politischen Entscheidungsträgern.

Aus diesem Grund forderte der Innovationskreis Berufliche Bildung des BMBF im Jahr 2007, bestehende Programme bzw. Instrumente besser zu bündeln und zu koordinieren, anstatt weitere einzuführen. Mit Hilfe des Übergangsmanagements soll dies gelingen. Dabei werden - ähnlich wie beim Case Management - zwei Ebenen unterschieden:

Auf der strategischen Ebene stehen die strukturellen Rahmenbedingungen des Übergangs im Fokus. Es geht dabei um die Gestaltung einer Institutionen übergreifende Zusammenarbeit der relevanten Akteure - auch auf (regional)politischer Ebene.

Demgegenüber stellt die operative Ebene die konkrete Arbeit mit den Jugendlichen in den Vordergrund. Hier kommen insbesondere die individuelle Förderung und die Begleitung der Übergänge auf dem Weg von der Schule in das Berufsleben zum Tragen. (Vertiefende Informationen zu den Elementen des operativen Übergangsmanagements finden Sie in den folgenden Menüpunkten.)

Von "Übergangsmanagement" kann nach Meinung von Experten/-innen nur dann gesprochen werden, wenn in einer Maßnahme bzw. einem Projekt eine Verknüpfung zwischen der personenbezogenen (operativen) und der strukturbezogenen (strategischen) Ebene ersichtlich ist. Ein gutes Übergangsmanagement verzahnt und steuert demnach die Bildungsphasen sowohl auf der Ebene der Kooperationen (vertikal und horizontal, Koordination der Angebote), als auch der individuellen Lotsenfunktion (vgl. Dr. Ingo Diedrich, Tilman Zschiesche; ibbw, 2009).

 

Weiterführende Links

Case Management


Übergangsmanagement
  • Übergangsmanagement - Ergebnisse aus dem BMBF-Programm "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken", 2010
  • Leitfaden lokales Übergangsmanagement: Von der Problemdiagnose zur praktischen Umsetzung. Das Handbuch gibt einen Überblick über Bedarfe, Akteure und Instrumente im Übergangsmanagement. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), 2007