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Ausbildungs- und Berufsvorbereitung in Hamburg

Angebote in Hamburg

Die zahlreichen ausbildungs- und berufsvorbereitenden Angebote in Hamburg werden überwiegend durch die Stadt Hamburg, die Agentur für Arbeit und Jobcenter team.arbeit.hamburg finanziert. Die jeweiligen Programme unterscheiden sich in Hinblick auf ihre rechtliche Grundlage, aber auch in Bezug auf ihr Förder- und Qualifizierungskonzept sowie ihre zeitliche Dauer.

Angebote der Behörde für Schule und Berufsbildung/ Hamburger Institut für Berufliche Bildung

  • Gemäß der Drucksache 19/8472 vom 18. Januar 2011 zur Reform der beruflichen Bildung besteht die Ausbildungsvorbereitung in Hamburg seit August 2011 aus der Dualisierten Ausbildungsvorbereitung in der Berufsvorbereitungsschule (AV Dual) und der Ausbildungsvorbereitung an Produktionsschulen.
  • Kernelemente der Dualisierten Ausbildungsvorbereitung (AV Dual) sind individualisierte Lehr- und Lernkonzepte und die Verzahnung betrieblichen und schulischen Lernens durch die Kooperation mit Betrieben. Die Schüler/-innen werden zusätzlich von AV-Begleiter/-innen unterstützt. Die AV Dual findet an 19 beruflichen Schulen statt und ist bezirklich organisiert. Die Zuständigkeiten der beruflichen Schulen für die allgemeinbildenden Schulen finden Sie auf den Seiten des HIBB.
    Im Rahmen einer inklusiven Ausbildungsvorbereitung (AV inklusiv) werden an zehn berufsbildenden Schulen Plätze für Jugendliche mit und ohne Behinderungen angeboten.
    Die ganztägige dualisierte Ausbildungsvorbereitung für Migranten (AvM Dual) richtet sich seit dem 1. Februar 2016 an schulpflichtige neu zugewanderte Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren mit oder ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, die den Anforderungen einer Berufsausbildung vor allem sprachlich noch nicht gewachsen sind. AvM Dual löst die bisherige (Berufs-) Vorbereitung für Migranten (VJ-M bzw. BVJ-M) sukzessive ab.
  • Die Ausbildungsvorbereitung an Produktionsschulen stellt ein alternatives pädagogisches Konzept für schulpflichtige, aber noch nicht ausbildungsreife Jugendliche dar. Die acht Hamburger Produktionsschulen wurden auf Basis eines Parlamentsbeschlusses eingerichtet (vgl. Drucksache 19/2928 vom 24. Juni 2009) und sind keine Schulen im Sinne des Hamburger Schulgesetzes, sondern Einrichtungen, die von Bildungsträgern in freier Trägerschaft betrieben werden. Hamburger Produktionsschulen entsprechen ihrer Grundkonzeption nach nicht dem „schulförmigen" Lernen - sie strukturieren ihren Arbeits- und Lernalltag in betriebsähnlichen Strukturen. Die Verknüpfung der Lernprozesse über marktorientierte Produktions- und Dienstleistungsprozesse ermöglichen die Vermittlung grundlegender beruflicher Fertigkeiten und Verhaltensweisen, die für die Aufnahme einer Berufsausbildung oder einer Erwerbstätigkeit notwendig sind. Der Erwerb und die Entwicklung von sozialen, personalen und weiteren ausbildungsrelevanten/berufsbezogenen Kompetenzen (zertifiziert durch ausbildungs- und berufsbezogene Teilqualifizierungen, Qualifizierungsbausteine u.a.) stehen im Vordergrund. Die Vorbereitung auf die externe Prüfung zum nachträglichen Erwerb des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses (Hauptschulabschluss) ist eine Option für Produktionsschüler/-innen mit entsprechender Motivation und Einsatzbereitschaft.
    Seit Februar 2011 können Produktionsschulen auch Schülern/-innen der Sekundarstufe I, insbesondere mit schulverweigernden Tendenzen, für max. drei Monate ein alternatives pädagogisches Umfeld anbieten, um sie in einer anderen Lernumgebung durch praktisches Tun neu zu orientieren, sozial zu stabilisieren und wieder für den Besuch der Regelschule zu motivieren („Auszeit-Modell"). Seit 2014 wird an Produktionsschulen exemplarisch ein inklusives Angebot entwickelt und erprobt. Seit 01.10.2015 wird zudem die BvB-Pro an Produktionsschulen angeboten. Ausführliche Informationen zu den Standorten, Profilen und Plätzen der acht Hamburger Produktionsschulen sind unter www.ichblickdurch.de abrufbar.
  • Für Jugendliche, die blind- oder sehbehindert sind, oder eine geistige oder körperliche Behinderung haben, gibt es besondere Angebote der Berufsvorbereitung.
Informationen zu Berufsvorbereitungsschulen finden Sie im Handbuch Berufliche Bildungswege 2017 und auf den Seiten des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB).

Angebote auf Grundlage des SGB VIII:
  • Die Arbeits- und Berufsorientierung (ABO) ist für Jugendliche mit besonderem sozialpädagogischen Förderbedarf vorgesehen, die in der Regel nicht älter als 25 Jahre sind. Die Dauer der Maßnahme beträgt drei bis sechs Monate. Nähere Informationen zur ABO finden Sie hier.

  • Die Praktikerqualifizierung (PQ) in der Jugendberufshilfe ist eine praxisnahe Berufsvorbereitung für Jungerwachsene mit besonderem Förderbedarf, die in der Regel zwischen 18 und 27 Jahre alt sind. Die Dauer beträgt im in der Regel bis zu sechs Monate. Nähere Informationen zur PQ finden Sie hier.

 

Angebote der Agentur für Arbeit

auf Grundlage des SGB III:

  • Die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) nach neuem Fachkonzept richten sich an Jugendliche und Jungerwachsene bis 25 Jahre ohne berufliche Erstausbildung, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben und auf eine Förderung angewiesen sind. Die Förderdauer beträgt normalerweise maximal 10 Monate. Das detaillierte Fachkonzept (November 2012) finden Sie hier.

  • Seit Oktober 2015 werden an vier Hamburger Produktionsschulen die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme mit produktionsorientiertem Ansatz (BvB-Pro) angeboten. Hier gelangen Sie zum Fachkonzept der BvB-Pro.
  • Die Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ) ist ein sechs- bis zwölfmonatiges betriebliches Praktikum. Die Jugendlichen arbeiten in einem Betrieb und erwerben dort Grundkenntnisse in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Berufsschulpflichtige Jugendliche müssen im Rahmen der EQ auch die Berufsschule besuchen. Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer und der Handelskammer .

 

Weiterführende Links

  • ESF-Projekt „dual & inklusiv: Berufliche Bildung in Hamburg
    Berufliche Bildung in Hamburg, 1/2015, S. 18f.
    Das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) setzt seit Januar 2014 das ESF-Projekt dual & inklusiv um. Ziel ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit speziellen Behinderungen oder mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Teilhabe im Gesamtsystem Übergang Schule - Beruf und somit am ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Teilprojekt B setzt in der Ausbildungsvorbereitung und den Produktionsschulen an.
  • Fünf Jahre Produktionsschulen in Hamburg - Ein Erfolgsmodell
    Der Reader zum gleichnamigen Symposium dokumentiert die Beiträge und versucht eine kurze Zusammenfassung der Podiumsdiskussion. Die Bilanz nach fünf Jahren Produktionsschulen in Hamburg und deren Entwicklungsperspektiven wurden aus politischer und wissenschaftlicher Sicht heraus beleuchtet.