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Strategisches Übergangsmanagement

Im Fokus des strategischen (oder auch strukturellen) Übergangsmanagements steht die Verbesserung der Übergangswege für jeden einzelnen jungen Menschen durch eine enge Kooperation und Abstimmung der Akteure im Übergangssystem mit dem Ziel einer kohärenten Förderung ohne Warteschleifen.

Im Folgenden werden zunächst die aktuell auf Landesebene agierenden Gremien und Projekte vorgestellt, die unmittelbar zum Konzept der Jugendberufsagentur (JBA)  gehören.

Im Anschluss daran sind weitere Gremien und Programme aufgeführt, die nicht direkt in das Konzept der JBA eingebunden sind, aber ebenso dem strategischen Übergangsmanagement zuzuordnen sind sowie jene, deren Laufzeit beendet ist, die aber entscheidende Grundlagen gelegt haben.  



Strategische Gremien der Jugendberufsagentur Hamburg

Das Aktionsbündnis Bildung und Beschäftigung Hamburg (ABBH) - Hamburger Fachkräftenetzwerk (FKN)

2009 gründete die Freie und Hansestadt Hamburg gemeinsam mit Akteuren aus der Wirtschaft das Aktionsbündnis Bildung und Beschäftigung Hamburg (ABBH) - Hamburger Fachkräftenetzwerk (FKN). Gemeinsames Ziel ist die koordinierte strukturelle Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf.

Zum Aktionsbündnis gehören auf staatlicher Seite die Schul-, Wirtschafts- und Sozialbehörde, das Hamburger Institut für Berufliche Bildung, die Senatskanzlei sowie die Agentur für Arbeit Hamburg und die Hamburger Arbeitsgemeinschaft SGB II (team.arbeit.hamburg). Die Hamburger Wirtschaft wird durch die Handelskammer, die Handwerkskammer und den UVNord - Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e. V. vertreten. Darüber hinaus sind die Gewerkschaften und Vertreter/-innen der Bezirke beteiligt. 

In der ersten Projektphase (von 2009 bis 2011) lag der Fokus des Aktionsbündnisses auf der Begleitung und Unterstützung der Reform des Hamburger Übergangssystems.

Die Übernahme des "Aktionsplans zur Bildungs- und Ausbildungsförderung junger Menschen mit Migrationshintergrund" und die Unterstützung der Fachkräftestrategie des Hamburger Senats erfolgten in der zweiten Projektphase (von 2011-2013). Darüber hinaus ist das ABBH seit 2012 an der Einrichtung und der Arbeit der Jugendberufsagentur Hamburg (JBA) beteiligt. Die Akteure des ABBH bilden den Beirat der JBA.

 Mehr Informationen zum Aktionsbündnis finden Sie hier .

 

Koordinierungsausschuss

Im Januar 2011 wurde Hamburg im Rahmen des Arbeitsbündnisses Jugend und Beruf als eine der Modellregionen ausgewählt. Im Jahr darauf hat Hamburg als erstes Bundesland flächendeckend die Jugendberufsagentur (JBA) eingerichtet.

Im Koordinierungsausschuss der JBA werden auf Landesebene alle wesentlichen Fragen der Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen beraten und geklärt. Darüber hinaus werden die öffentlich geförderten Maßnahmen koordiniert, aufeinander abgestimmt und ausgewertet. 

Der Koordinierungsausschuss setzt sich aus je zwei Vertretern der Agentur für Arbeit und vom Jobcenter team.arbeit.hamburg, aus je zwei Vertretern/-innen der Behörde für Schule und Berufsbildung, der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration sowie einem Vertreter der Bezirke zusammen.

Der Beirat besteht aus der Lenkungsgruppe des Aktionsbündnisses für Bildung und Beschäftigung Hamburg (ABBH), wodurch die Beteiligung der Kammern und Sozialpartner an der Weiterentwicklung der JBA gewährleistet ist. Der Beirat befasst sich mit Grundsatzfragen und spricht Empfehlungen aus. (Quelle: Drucksache 20/4195, S. 10

 

Planungsteam

Das Planungsteam zur Optimierung der Integration von jungen Menschen in Ausbildung und Arbeit in der Freien und Hansestadt Hamburg ist aus der ehemaligen AG Zusammenarbeit hervorgegangen, die 1998 gegründet wurde.

Das Planungsteam setzt sich seit der Neukonstituierung 2010 aus programmverantwortlichen Vetreter/-innen der Behörde für Schule und Berufsbildung, dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung, der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, der Agentur für Arbeit, Jobcenter team.arbeit.hamburg und den Bezirksämtern zusammen. Der Fokus des Gremiums lag von Anfang an auf der Abstimmung der geförderten Programme sowie auf dem Informationsaustausch über neue Entwicklungen oder Vorhaben.

Mit Einrichtung der Jugendberufsagentur (JBA) im September 2012 erfolgte eine erneute Konstituierung des Planungsteams. Seitdem werden in diesem Gremium die öffentlichen Angebote der Berufsvorbereitung, der beruflichen Aktivierung und aufsuchenden Beratung, der geförderten Ausbildungsverhältnisse, der Ausbildungsbegleitung und der Vermittlung in Ausbildung systematisch aufeinander abgestimmt und mit den Regelsystemen Schule und JBA verknüpft.

Das Sekretariat für Kooperation SfK unterstützt das Planungsteam seit 2004 bei der Erreichung seiner Ziele durch diverse Dienstleistungen. Dazu zählen u.a. die ständige Weiterentwicklung und Pflege der Datenbank www.ichblickdurch.de, die zum einen die Transparenz über das Förderangebot im beruflichen Hamburger Übergangssystem sicherstellt und zum anderen über die Teilnehmerverwaltung der Förderprogramme die Daten aufbereitet, die für die Auswertung und Steuerung der Programme erforderlich sind. 

 

Weitere strategische Gremien und Initiativen

Landesausschuss für Berufsbildung

Der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) ist ein Gremium, das vom Berufsbildungsgesetz (BBiG § 82) vorgeschrieben wird. Der LAB hat u.a. die Aufgabe (BBiG § 83), die Landesregierung in Fragen der Berufsbildung zu beraten, die sich für das Land ergeben.

Weitere Informationen zum LAB können Sie hier abrufen. 

 

Regionale Bildungskonferenzen

Auf Grundlage des Hamburgischen Schulgesetzes werden in dem bundesweit einmaligen Konzept der Regionalen Bildungskonferenzen (RBK) die regionalen Institutionen für Bildung, Beratung und Erziehung vernetzt. Ziel ist es, die Angebote besser miteinander abzustimmen und Erfahrungen auszutauschen. Auf diese Weise sollen die Übergänge zwischen den einzelnen Themenbereichen (z. B. Schule und Freizeit) wie auch innerhalb und außerhalb der jeweiligen Bildungsphasen (Kindergarten, Schule, Ausbildung etc.) verbessert werden. Bei der Konzeptentwicklung waren sowohl das  Senatsprogramm „Rahmenprogramm Integrierte
Stadtteilentwicklung (RISE)"
als auch das Projekt „Lernen vor Ort (LvO)" zu berücksichtigen.

Unter der Federführung der Behörde für Schule und Berufsbildung arbeiten innerhalb der Regionalen Bildungskonferenzen die Bezirksämter, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Häuser der Jugend, örtliche Wirtschaft und Sportvereine zusammen, um ein gebietsbezogenes, auf die aktuellen Anforderungen angepasstes Angebot im Sinne eines Lebensbegleitenden Lernens zu gestalten.

Näheres zu den RBK unter hamburg.de/rbk.

Da die inhaltlichen Scherpunkte des Programms "Lernen vor Ort" mit denen der "Regionalen Bildungskonferenzen" sehr nah beieinander liegen, wurde eine gemeinsame Lenkungsgruppe RBK/LvO eingerichtet, die anlassbezogen, jedoch mindestens zweimal pro Jahr tagt.

 

Übergänge mit System

Die Initiative Übergänge mit System der Bertelsmann Stiftung zielt darauf ab, allen ausbildungswilligen Jugendlichen systematisch und ohne Zeitverlust den Übergang in eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Vor dem Hintergrund eines derzeit unübersichtlichen, teuren und zeitintensiven Übergangssystems und einer Vielzahl Jugendlicher, die dennoch ohne Ausbildung bleiben, hat die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit acht Bundesländern und der Bundesagentur für Arbeit diverse Maßnahmen untersucht.

In dem Rahmenkonzept zur Neuordnung des Übergangs von der Schule in den Beruf werden Lösungsansätze aufgezeigt, wie die derzeitige Maßnahmevielfalt in ein transparentes und effizientes System umgewandelt werden kann. Gemäß dem Leitbild „Berufsausbildung 2015“ wird das System in zwei Stränge unterteilt, die sich jeweils an ausbildungsreife oder nicht ausbildungsreife Jugendliche richten.

Die nicht ausbildungsreifen Jugendlichen werden zur Ausbildungsreife geführt mit einem anschließend verbindlichen Übergang in eine Berufsausbildung. Ausbildungsreife Jugendliche werden in dualer Ausbildung, Ausbildung an Schulen oder bei Bildungsträgern ausgebildet. Übergangsmaßnahmen sind für Letztere nicht mehr vorgesehen.

Hamburg (und vier weitere Bundesländer) war an der Entwicklung der Eckpunkte für eine Reform des Übergangssystems beteiligt.  

Weitere Informationen zur Initiative "Übergänge mit System" können hier  abgerufen werden. 

 

Beendete Programme

Regionales Übergangsmanagement "KorA"

„Regionales Übergangsmanagement. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule - Beruf in zwei Regionen des Bezirkes Hamburg-Mitte"

Im Rahmen der Förderinitiative des BMBF-Programms „Perspektive Berufsabschluss" engagierten sich das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB), die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG - seit 2011 BASFI) und die Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA - seit 2011 BASFI), das Bezirksamt Hamburg-Mitte, die Agentur für Arbeit Hamburg und die regionalen Standorte der Hamburger Arbeitsgemeinschaft nach SGB II (ARGE - seit 2011 Jobcenter team.arbeit.hamburg) zusammen mit der Hamburger Wirtschaft (Kammern, Unternehmerverband Nord) und relevanten Akteuren vor Ort in einem gemeinsamen Vorhaben: Für zwei Regionen des Bezirks Hamburg-Mitte (Elbinseln, Billstedt - Horn) wurde ein regionales Übergangsmanagement entwickelt und erprobt, um daraus ein auf alle Hamburger Regionen übertragbares Handlungskonzept abzuleiten. Dabei wurden die Entwicklungen und Vorgaben der Schulreform in Hamburg ebenso berücksichtigt und eingearbeitet wie die Belange der Bezirke, insbesondere des Sozialraummanagements und der Jugendhilfe.

Das Vorhaben Regionales Übergangsmanagement KorA nahm die Arbeit im Sommer 2008 auf. Die Projektzeit endete am 31. März 2012.

Weitere Informationen zu dem Programm und die Ergebnisse des Hamburger Projektes KorA können hier abgerufen werden. 



Initiative "Lernen vor Ort"

Transparenz und Vernetzung von Bildungseinrichtungen – das sind die Ziele der im Herbst 2009 ins Leben gerufenen Initiative „Lernen vor Ort“ des BMBF. In der Zusammenarbeit mit den Hamburger Bezirken, Fachbehörden und Bildungseinrichtungen soll eine einheitliche Angebotsstruktur von Bildung und Weiterbildung statt einzelner „Bildungsinseln“ geschaffen werden.

Dabei steht die Förderung lebenslangen Lernens im Mittelpunkt: Die Übergänge in allen Bildungsbereichen, von der frühkindlichen Bildung über die Rückkehr aus der Elternzeit bis hin zur Seniorenbildung, sollen mit Hilfe eines kohärenten Bildungsmanagements erleichtert und optimiert werden. Dies setzt sich zusammen aus

  • Bildungsberatung,
  • einer bildungsbereichsübergreifenden Bildungsberatungsstruktur, welche sicherstellt, dass die Angebote allen Bevölkerungsschichten zugänglich sind und
  • Bildungsübergängen – jeder Bezirk erarbeitet modellhaft eine Übergangsphase und bereitet diese für den Transfer auf andere Bezirke vor. So ist beispielsweise Altona für die Phase zwischen Kita und Grund-/Primarschule zuständig, während Hamburg-Nord sich mit der Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit beschäftigt.

Weiterhin enthält das Programm thematische Aktionsfelder, die sich mit demographischem Wandel (Lernbedarf älterer Bürgerinnen und Bürger), Demokratie und Kultur (Beteiligung am kulturellen Leben auch bildungsferner Menschen sowie Verzahnung von Kultur und Bildungsangeboten) und Integration und Diversitätsmanagement (Bildungsbegleitung, Integration bildungsferner Bürger/-innen in formelle Lernwelten) befassen.

Unter dem Motto „Gemeinsam gestalten – verantwortlich sein!“ gab die damalige Bildungssenatorin Christa Goetsch am 19. April 2010 zusammen mit Vertreter/-innen aus Bezirken, Fachbehörden, Stiftungen, Kammern und Sozialverbänden in einer Auftaktveranstaltung den Startschuss für das Projekt. Das Förderprogramm wird in Hamburg durch die Körber-Stiftung, die Alfred-Toepfer-Stiftung und die Haspa-Hamburg-Stiftung begleitet.

Weitere Informationen zu "Lernen vor Ort" in Hamburg finden Sie hier.