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Operatives Übergangsmanagement

Grundlagen

Zum operativen Übergangsmanagement gehören alle Angebote, die junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen, wie z. B. die Berufsberatung, die Ausbildungsstellen-
vermittlung und die ehrenamtliche Übergangsbegleitung.

Eine besondere Rolle nehmen dabei die zahlreichen Maßnahmen der Jugendberufshilfe ein, die sich mit ihren sozialpädagogisch ausgerichteten Konzepten explizit an benachteiligte Jugendliche wenden und somit zunächst ein klassisches Feld der Kinder- und Jugendhilfe - genauer der Jugendsozialarbeit nach § 13 SGB VIII - sind.

Doch seit Einführung der sogenannten Hartz-Gesetze und der Verankerung der Jugendberufshilfe auch im SGB II machen einen Großteil der Angebote zur Förderung von Jugendlichen, zumindest am Übergang in Ausbildung und Beruf, auch die Leistungen nach dem SGB III (Arbeitsverwaltung) und dem SGB II (Grundsicherung) aus.

Ungeachtet der "verschiedenen rechtlichen und politischen Zuständigkeiten zeichnet sich die Jugendberufshilfe dadurch aus, dass die Fachkräfte Sozialer Arbeit dort häufig in Teams mit Lehrer*innen und/oder Ausbilder*innen zusammenarbeiten" (Enggruber, Fehlau; Jugendberufshilfe, Seite 40; W. Kohlhammer, 2018).

"Im weitesten Sinne bezeichnet die Jugendberufshilfe alle sozialpädagogisch begleitenden Angebote, die - unabhängig von ihren jeweiligen rechtlichen Grundlagen - vor allem als benachteiligt oder potentiell benachteiligt geltende junge Menschen bei ihrem Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung, während ihrer Ausbildung und/oder beim Übergang in Erwerbsarbeit unterstützen" (Enggruber, Jugendberufshilfe. In: Enzyklopädie Erziehungswissenschaft, 2013).

Das Übergangsmanagement im beruflichen Übergangssystem beginnt spätestens mit der Berufs- und Studienorientierung ab Klasse 7 oder 8, umfasst alle Formen der Ausbildungs- und Berufsvorbereitung und endet idealerweise mit der erfolgreichen Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung oder einer vergleichbaren Anschlussperspektive oder auch eines Studiums.

Beteiligt am Übergangsmanagement sind je nach Bildungsphase bzw. Teilsystem die Schulen, die Berufsberatung, die beruflichen Schulen, Eltern, Unternehmen, Verbände, Kammern, Vereine, Jugendhilfe und Hochschulen. Darüber hinaus können weitere Akteure wie z. B. Kirchen und Stiftungen sowie Träger von Projekten bürgerschaftlichen Engagements beim Übergang Schule - Beruf einbezogen sein.

Zu den Instrumenten bzw. Angeboten des operativen Übergangsmanagements gehören je nach Ziel und entsprechendem Konzept

  • Kompetenzfeststellungsverfahren
  • die Berufsorientierung und Berufswegeplanung
  • Dokumentation

und abhängig vom individuellen Bedarf der Jugendlichen

  • sozialpädagogische Hilfen (Jugendsozialarbeit) und/oder
  • eine Übergangsbegleitung zwischen den institutionellen Förder- bzw. Qualifizierungsangeboten.

In den folgenden Unterpunkten werden die oben genannten Instrumente, Methoden und Angebote des operativen Übergangsmanagements allgemein definiert und beschrieben.

Informationen zu den rechtlichen und finanziellen Grundlagen des operativen Übergangsmanagements finden Sie im Menüpunkt Programme.

 

Weiterführende Informationen

  • Jugendberufshilfe. Eine Einführung - Ruth Enggruber, Michael Fehlau (Hrsg.); Reihe: Grundwissen Soziale Arbeit, Hrsg. Rudolf Bieker, Band 20; Verlag W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart, 1. Auflage 2018